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Ein Beitrag zur Philosophie der Craniosacaltherapie

 

(Harald Faltz, 2006.2)

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Die Lektüre des Buches „Die Sprache der Seele verstehen“ von Daniel Hell (2002)hat mich angeregt, über die therapeutische Haltung des Craniosacraltherapeuten nachzudenken.

 

Auf der Suche nach Behandlungskonzepten der Depression stieß Daniel Hell auf die Überlieferungen der Wüstenväter. Er verglich diese mit den Erkenntnissen der Psychologen unserer Zeit, und es ist durchaus lohnenswert, den Bogen weiter zu spannen zu den Osteopathen und speziell zu den Craniosacraltherapeuten.

 

 

Die Wüstenmönche waren Menschen, die sich vom 4. – 6. Jahrhundert nach Christus in die Wüste zurückzogen, um dort ein asketisches Leben zu führen. Ihre Beobachtungen und Erkenntnissen unter schwierigsten Lebensbedingungen führten zu Einsichten, die uns später von der Psychoanalyse neu formuliert wurden.

 

Die Grundhaltung der Wüstenmönche lässt sich nicht von der Frage trennen: „Wer bin ich eigentlich? Was wird mir an mir selber klar, wenn ich mich der Stille und äußeren Reizlosigkeit aussetze?“

 

  • Auch in der „Stille und äußeren Reizlosigkeit“ der Craniosacraltherapie können mich vergleichbare Fragen beschäftigen: Was geschieht eigentlich in dieser Behandlung, was ist mein Anteil an diesem Geschehen, wer bin ich eigentlich?

 

Die Wüstenväter galten als gefragte Berater und entwickelten auch hierin eine spezielle Haltung, eine „Psychotherapie des Wortes“, die nicht theorieorientiert, sondern auf die Person und Situation des jeweiligen, Rat suchenden Menschen ausgerichtet ist. Das „Wort“ galt als Ant - Wort auf eine spezifische Frage. Die Wüstenväter verkündeten keine Lehren, sie sprachen nicht unaufgefordert. Der Wüstenmönch kann das Wort nicht ergreifen, es ist ihm nicht verfügbar: Es stellt sich ihm ein. Oder es stellt sich ihm nicht ein. Dann schweigt er. Daraus ergibt sich, daß selbst gemachte Erfahrungen wichtiger sind als übernommene Erkenntnisse. Wenn das therapeutische Wort nicht durch die eigene Erfahrung abgestützt ist, läuft es Gefahr, zur bloßen Rede zu verkommen, statt Wirkung zu erzeugen, indem es zum Handeln aufruft.

 

  • In der Craniosacraltherapie gilt die erwartende Haltung in vergleichbarer Weise. So wissen wir, dass der/die CS - Praktizierende den CS – Rhythmus seines Patienten nicht „ergreifen“ kann. Er stellt sich ihm/ihr ein. Oder er stellt sich ihm/ihr nicht ein. Dann wartet er/sie ab. Wenn die Behandlung nicht aus der Resonanz am Patienten entsteht, läuft sie Gefahr, zur Manipulation zu verkommen, statt eine Wirkung zu zeigen.

 

Oftmals erschien es den Wüstenmönchen deshalb auch angezeigt, lieber zu schweigen und dadurch den um Rat bittenden zum eigenen Suchen herauszufordern, als wortgläubige Fragesteller vorschnell mit dem gewünschten Gut zu befriedigen.

Wir finden diese bedeutende Auffassung in den letzten Jahren wieder unter dem Konzept der „Salutogenese“, bei dem der Patient weniger als (be)handelbares „Objekt“ gesehen wird sondern vielmehr als individuelle Person mit eigenen Kraft- und Heilungsressourcen, die es therapeutisch zu unterstützen gilt

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  • Auch in der Craniosacraltherapie steht der Patient im Mittelpunkt seines Heilungsprozesses, bei dem es um die Erweiterung seiner Heilungsressourcen geht.

 

Für die Wüstenväter (und die moderne Psychotherapie) steht die Selbsterfahrung im Mittelpunkt der Entwicklung. Sie waren sich der Notwendigkeit der geduldigen Selbstbesinnung, des ernstzunehmenden subjektiven Erlebens und der Abwehr jeglicher Selbstentfremdung bewußt. Sie verfolgten das Ziel, sich möglichst ganz zu erfahren, um eine Heilung im ursprünglichen Sinn von Heil-Sein als unversehrt, ganz oder gesund zu sein.

 

  • Dieses Ziel lässt sich ohne Einschränkungen auf die Arbeit in der craniosacralen Osteopathie übertragen. Auch die Craniosacraltherapie bietet sich in jeder Phase der Behandlung für den Praktizierenden wie für den Patienten die Möglichkeit der Selbsterfahrung. Dabei ist es hilfreich und notwendig, die eigene Erfahrung in der Behandlung der Patienten und am eigenen Leib ernst zu nehmen. Diese Haltung wird unterstützt durch die Tatsache, dass eine Manipulation zum Beispiel in jeder Hinsicht für den Prozess hinderlich ist, für die eigene Wahrnehmung und für die des Patienten.

 

Die Depressionsform Akedia führt Hell an, um das Problembewusstsein der Wüstenväter und ihren Umgang mit existentiellen Schwierigkeiten zu illustrieren. Während die offizielle Psychiatrie in der depressiven Verstimmung einen krankhaften Prozess sieht, der möglichst umgehend zu beseitigen ist, sieht Evagrius Ponticus in der Akedia hauptsächlich eine Herausforderung. Wer in die Depression gerate, setze, je nachdem wie er sich verhalte, seinen Fuß entweder auf einen Weg, der ihn zum Tode führe, oder einen Weg zum Leben. Eine Depression könne das Ende bedeuten oder den Anfang zu wahrem Leben.

 

  • Wenn wir diese absolute Haltung gegenüber der Depression auf die Haltung des Craniosacraltherapeuten gegenüber seiner Arbeit übertragen, heißt das, entweder arbeite ich aus ganzem Herzen „craniosacraltherapeutisch“, oder ich lasse es sein. Es ist sicher ein Leben ohne Craniosacraltherapie möglich für denjenigen, der diesen Weg nicht gehen will. Wer sich aber entschließt, diesen Weg zu gehen, für den kann diese Arbeit der Anfang zu wahrem Leben bedeuten.

 

Ihre Einsichten erlangten die Wüstenmönche aufgrund ihrer selbst gewählten Einsamkeit in unwirtlichen Regionen der Wüste. Und so kamen sie bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Charaktere u.a. zu der Überzeugung, daß „ich und du und alle Menschen, wir sind einander verbunden durch die denkbar stärksten Bande menschlicher Gesellschaft und Gemeinschaft – am stärksten aber verbindet uns, paradoxerweise, das gemeinsame Empfinden, dass in jedem von uns etwas ist, was nicht gesellschaftlich, sondern göttlich, einzigartig und unantastbar ist...“

Maler und Dichter und religiöse Strömungen verschiedener Zeiten fühlten sich immer wieder angezogen von den „Versuchungen des heiligen Antonius“, bis in die New-Age-Bewegung hinein.

 

  • Und auch dem CR – Praktizierenden bleibt nicht verborgen, auf welche Ebenen er sich mit seinem Patienten begibt in der Wahrnehmung der feinsten Schwingungen des Gewebes und der darin verborgenen tiefen Informationen aus dem Seelenleben des Betroffenen. Dabei begegnet er nicht nur den unwirtlichen Regionen der inneren Wüsten seiner Patienten, sondern wird unweigerlich auch mit den Unwirtlichkeiten seiner eigenen Wüsten innerlich konfrontiert. Diese Erfahrung ist gerade die Voraussetzung, um sich auf die Unwirtlichkeiten der Patienten einlassen zu können.

 

 

 

Daniel Hell stellt zwei Aspekte der Psychologie unserer Zeit dar. Zum einen eine Psycho-logie, die das menschliche Verhalten und Erleben festlegen will, eine wissenschaftliche Typologie anbietet, eine Eingliederung des Menschen in ein statistisches Durchschnittsmaß anstrebt, bis zu einer psychiatrischen Krankheitslehre, die seelische Probleme als Störungen des Hirnstoffwechsels erklären möchte.

 

  • Wir fühlen uns erinnert an Versuche, osteopathische Dysfunktionen auf mechanistische Kriterien zu reduzieren...

 

 

Zum anderen finden wir in der Psychologie und Psychiatrie aber auch Ansätze für eine Haltung, in der die individuelle Erfahrung, das eigene Erleben des Menschen in den Vordergrund gestellt wird mit allen Erkenntnissen, die sich aus der Selbstwahrnehmung im Alleinsein ergeben. Diese Haltung steht den Wüstenmönchen näher, die ihre eigene Wirklichkeit aus der inneren seelischen Erfahrung gewannen. Dazu gehört Mut, sich der eigenen Wirklichkeit zu stellen, und Vertrauen zu einem seelischen Fundament - in der Sprache der Wüstenmönche: zum göttlichen Keim in jedem Menschen. Das Seelische könne nicht analysiert und in „Funktionseinheiten“ aufgelöst werden. Es sei eine vorgegebene Größe. So sind auch die menschlichen Probleme nicht im seelischen Erleben zu suchen, sondern in den Gedanken und den Leidenschaften, die durch Wunschvorstellungen oder Befürchtungen, also durch Verwirrungen des Denkens, entstehen.

 

  • Der Prozess einer Cranisacraltherapie kann als individuelle Erfahrung gesehen werden. Er kann gelingen, wenn das eigene Erleben des Patienten im Mittelpunkt der Behandlung steht. Dazu gehört auf Seiten des Patienten in gleicher Weise Mut, sich in den Prozess zu begeben, und Vertrauen in seine Selbstheilungskräfte. Die unmittelbare Erfahrung des Prozesses fördert das Vertrauen des Patienten zu sich selbst. Auch der CS -Praktizierende mag den Selbstheilungskräften des Patienten vertrauen, und diese nicht durch „Wunschvorstellungen, Befürchtungen oder verwirrende Gedanken“ in ihrer Wirkung behindern.    

 

 

Wie erkenne ich verwirrende Gedanken und wie unterscheide ich sie von guten Gedanken?

 

Das vernommene Wort trägt kein Gütesiegel in sich. Entscheidend ist die Haltung hinter den Worten, die Einstellung oder die Einstimmung, in die das Gedachte oder Gesagte eingebettet ist. Wenn eine vermittelte Botschaft stimmig ist, stellt sich eine innere Gewissheit und Ruhe bei dem ein, der sie aufnimmt. Das Gütekriterium liegt in der Wirkung, die die Botschaft auf einen Menschen hat. Dabei hat jeder Mensch selbst zu prüfen, was für ihn gut ist. Wenn ich erfahre, dass mich etwas in Einklang mit meinem innersten Wesen bringt, so ist es die richtige Wahl.

 

  • So erfahren wir im CS – therapeutischen Prozess selbst, ob die Behandlung stimmig ist oder nicht. Die Stimmigkeit lässt sich nicht herstellen, sondern sie ereignet sich im Prozess. Behandler und Patient erfahren diese Stimmigkeit in der Wirkung, die aus der Behandlung resultiert: zunächst in dem ausgeglichenen CR-Rhythmus, schließlich in der heilenden Wirkung, die der Prozess für den Patienten spürbar wird, insgesamt

 

 

Welche Haltung unterstützt den therapeutischen Prozess bei der CS – Therapie?

 

Das Schweigen wird zum Mittel, sich nicht über andere zu erheben oder seine eigenen Tugenden besonders herauszustellen. Aus dem Schweigen lässt sich mehr Nutzen ziehen als aus jeder Rede. Die Wahrnehmung der Stimmigkeit ist kein eigener Verdienst, die Ruhe der Stimmigkeit stellt sich ein. Eine bescheidene Haltung schützt davor, einer manipulierenden Haltung zu verfallen. Eine Verwandlung lässt sich nicht erzwingen, wir können sie aber geschehen lassen.

 

  • So ist auch die wache, zuverlässig begleitende, aber zurückhaltende Erwartung des CS – Praktizierenden förderlich für die Entwicklung im therapeutischen Prozess. Im Geschehenlassen liegt ein größerer Nutzen auf die Heilung des Patienten als im aktiven Einflussnehmen.

 

 

Dabei machen Wünsche zur materiellen, geistigen oder libidinösen (sexuellen) Inbesitznahme – die Wüstenmönche nannte sie „Versuchungen“ - einen Menschen nicht schlecht. Kein Mensch, der sich dem Alltag stellt, ist davor gefeit. Das Wahrnehmen und Ernstnehmen eines solchen Wunsches ohne eine moralische Bewertung ermöglicht das unmittelbare Erleben und führt auf diese Weise zu einer Verwandlung, die zur Selbst- und Wahrheitsfindung beiträgt. Das entschlossene Durchleben etwa einer Angst führt zur Verwandlung gerade dieser Angstwahrnehmung und zu einer neuen Wahrnehmung der gesamten seelischen Befindlichkeit.

 

  • Auch der CS – Praktizierende ist nicht frei von „Versuchungen“. Gerade die intime Nähe zu seinem Patienten und dessen verletzbare Offenheit können eigene Wünsche und Befürchtungen im CS – Praktizierenden mobilisieren, die leicht durch moralische Bewertung abgewehrt werden. Die möglichst wertfreie Wahrnehmung im Prozess bietet die Möglichkeit der eigenen Ent-Wicklung aus der moralischen Einschränkung.

 

 

Diese Selbstfindung kann nicht im beziehungslosen Raum erfolgen. Die Selbstentdeckung setzt eine Beziehung zu einem anderen Menschen voraus. So wie das Kleinkind von seinen Eltern lernt, erfährt jeder Hilfesuchende die Begegnung mit sich selbst in einer vertrauten Beziehung zu einem anderen Menschen. Durch den Austausch mit einem anderen Menschen, der auf der Suche schon fortgeschrittener ist, lässt sich die Selbstsuche unterstützen. Vorausgesetzt, die Begleitung ist stimmig. Dabei wirkt das gegenseitige Vertrauen und die Wahrung einer fachlichen Distanz zum Hilfe - Suchenden hilfreich und trägt wesentlich zum Erfolg einer Begleitung bei. Für die Prognose einer Psychotherapie ist eine gute therapeutische Beziehung die entscheidende Voraussetzung.

 

  • So ist in vergleichbarer Weise der Erfolg einer CS – Behandlung weniger abhängig von der Symptomatik, mit der ein Patient in die Behandlung kommt, als vielmehr die Stimmigkeit der therapeutischen Beziehung. Der Entschluss des Patienten, seinen Heilungsprozess voranzubringen, lässt sich durch eine respektvolle Haltung des CS – Praktizierenden entscheidend unterstützen.

 

Die Wüstenmönche verfolgten allerdings einen größeren Anspruch als die heutige Psychotherapie. Sie strebten eine Heilung im spirituellen Sinne an mit dem Ziel, das Heil des ganzen Menschen zu suchen.

 

  • Die Craniosacraltherapie zielt immer auf die Behandlung des ganzen Menschen mit möglichst allen seinen Erlebnisebenen und beschränkt sich nicht auf die Beseitigung einzelner Symptome.

 

 

Voraussetzungen für eine gute therapeutische Beziehung:

 

Die Wüstenväter sahen die Menschen in Gefahr, sich selbst zu verlieren, weil sie zu wenig achtsam mit sich umgingen. Dieses Risiko wächst, wenn sie von anderen Menschen beschämt und gedemütigt werden und dadurch noch mehr Gefahr laufen, sich selbst aus den Augen zu verlieren bzw. zum psychologischen Objekt der anderen zu werden. Der zwischenmenschliche Kontakt sei in gegenseitiger Achtung zu gestalten und Beschämungen und Demütigungen zu vermeiden. Gerade in einem nicht alltäglichen Kontakt könne ein unbedachtes Wort zur Unzeit besonders verletzend wirken.

 

  • Das lässt sich ohne weiteres auf die Craniosacraltherapie übertragen. Schon das Aufsuchen eines Therapeuten kann auf der Seite des Patienten mit Scham besetzt sein, Schamempfinden darüber, sich nicht selbst helfen zu können. Unachtsamkeiten in der Behandlung wirken dann oftmals zusätzlich verletzend. Diese müssen nicht bewusst geschehen. Auch gut gemeinte Interventionen und Ratschläge des Therapeuten können beschämend wirken.

 

Nicht das Schamerleben des Patienten, das als wertvoll und schützenswert gilt, sondern das Beschämt-Werden ist für den therapeutischen Prozess hinderlich. Nicht Scham zu empfinden ist problematisch, sondern einen anderen Menschen zu beschämen, z.B. um ihn gefügig zu machen, schafft Probleme.

 

  • So sorgt auch der CS – Praktizierende dafür, seinen Patienten nicht zu beschämen.

 

Die Wüstenväter sahen in der Beschämung eine Herabsetzung des Menschen und eine Gefährdung seines Auftrages, für sich und die Welt zu sorgen. Sie waren sich bewußt, dass auch eine bestimmte Weise der Belehrung beschämend wirken kann. Gegenüber einem anderen Menschen Recht haben zu wollen, trug für die das Risiko in sich, den anderen herabzusetzen. Beschämungen können bekanntermaßen sehr subtil erfolgen. Der beschämende Umgang mit einem Patienten verhindert dessen Auseinandersetzung mit seinen eigenen Schamgefühlen. Das kann so weit gehen, daß der Patient nicht zu seinem eigenen Schamerleben in der Therapie stehen kann und er kompensatorisch versucht, sich durch eine Leistung auszuzeichnen und ein besonders guter Patient zu sein.

 

  • Dass einem Patienten dieser Anspruch, sich durch besondere Leistungen auszuzeichnen, in der CS – Behandlung nicht gelingt, weiß jeder CS – Praktizierende. Daher ist es umso wichtiger, daß die Asymmetrie der therapeutischen Beziehung nicht durch eine zusätzlich narzisstische Haltung des Therapeuten belastet wird. Es ist darauf zu achten, ob ausbleibende Behandlungserfolge nicht durch eine zu geringe Beachtung unerlöster Scham- und Schuldgefühle bedingt sind, die durch traumatische Ereignisse oder durch chronische Misshandlungen in der Kindheit bedingt sind und im therapeutischen Prozess zu wenig beachtet werden.

 

  • Im CS – therapeutischen Prozess hat auch die Scham des Praktizierenden eine wesentliche Bedeutung. Ist er doch oftmals direkt konfrontiert mit den eigenen narzisstischen Wünschen und Befürchtungen, mit den eigenen „Versuchungen“ und der eigenen Verletzbarkeit. Nimmt der Praktizierende diese Wahrnehmungen ernst, stellt er sich ihnen, ohne sie zu bewerten, vermögen sie ihn in seiner Entwicklung zu unterstützen.

 

 

Scham ist ein soziales Gefühl. Es setzt die Fähigkeit voraus, sich vorzustellen, was andere Menschen von einem denken. Diese Möglichkeit, sich im anderen zu sehen, hat Scham mit Mitleid gemeinsam.

 

Narzissmus meint hier mangelndes Wiedererkennen des eigenen Selbst im anderen Menschen und fehlendes Mitgefühl für den anderen Menschen durch Verlust der Empathie für sich selbst. Der Narzisst ist eingeschlossen in sich, weil er sich auf andere nicht einlassen kann. Die Überwindung des Narzissmus gelingt den Wüstenmönchen mit Hilfe der Demut. Sie meinen damit allerdings keine masochistische Unterwürfigkeit, sondern einen Mut oder ein Zumutesein, die der Schöpfung dienen. Eine solche Art Demut widersteht der Unterwürfigkeit gegenüber einem menschlichen Machtanspruch. Sie immunisiert gegen Demütigungen, die im Dienste einer fremden Macht stehen. Anders als ein stolzer Mensch kann eine bescheidene Person nicht leicht gedemütigt werden.

 

  • Für den CS – Praktizierenden kann das heißen, es ist für den Prozess förderlicher, sich mutig hineinzubegeben im Sinne eines mutigen Dienens, als den Prozess bestimmen zu wollen. Andererseits kann es aber auch bedeuten, daß die wache Distanziertheit des Praktizierenden gegenüber dem Prozess vorteilhafter ist, als eine passive Unterwürfigkeit, die meist doch nur eine Abwehr eigener Machtphantasien darstellt. Die Demut hilft, sich vom vermeintlichen Versagen im therapeutischen Prozess aufgrund überhöhter narzisstischer Ziele nicht demütigen zu lassen.

 


Die Aufgabe des Psychotherapeuten ist nicht primär, den Hilfe suchenden Menschen Verhaltens- und Kommunikationsregeln zu vermitteln. Viel wichtiger ist es, interessierter Zeuge ihres Erlebens zu sein.

 

  • Auch der CS – Praktizierende vermeidet bestenfalls manipulierende Techniken und folgt den Ent-Wicklungen des Patienten.

 

 

 

Literatur:

 

Daniel Hell, Die Sprache der Seele verstehen, 2002, Herder-Spektrum

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Zum 1.10.2013 habe ich die Zulassung als Kassenarzt zurückgegeben, praktiziere aber privatärztlich weiter.

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